In der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland, herausgegeben von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH), wird das Alpine Steinschaf in die Kategorie extrem gefährdet eingestuft.
Das Alpine Steinschaf wurde seit Jahrhunderten von Bauern im ostalpinen Raum und im angrenzenden Alpenvorland zur Sicherung ihrer Bedürfnisse an Milch, Wolle und Fleisch gehalten. In dieser Zeit hat sich das Alpine Steinschaf perfekt an das harte und entbehrungsreiche Leben angepasst. Dadurch haben sich sehr robuste und widerstandsfähige Tiere entwickelt.
Das Alpine Steinschaf ist die ursprüngliche Schaf-rasse des Ostalpenraums und die Ausgangsrasse der Bergschafzucht in Bayern und Österreich; durch Einkreuzung von Bergamaskerschafen entstanden die anderen Bergschafrassen. Das Alpine Steinschaf stellt damit nicht nur eine wertvolle genetische Ressource sondern auch ein schützenswertes Kulturgut dar.
Typischer Alpiner Steinschafbock
Regionale Schafrassen aus dem bayerischen Alpenraum: Alpines Steinschaf, Weißes Bergschaf, Braunes Bergschaf und Brillenschaf
Die Abstammung des Alpinen Steinschafs lässt sich bis ins Neolithikum zurückverfolgen. Das Steinschaf ist ein direkter Nachkomme des Torfschafs und somit eine der ältesten Schafrassen im Ostalpenraum und dessen Vorland. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Alpine Steinschaf im Alpenraum noch weit verbreitet und zwar
in Deutschland in den Landkreisen Berchtes-gaden,Traunstein und Rosenheim,
in Österreich im Pinzgau, im Arltal, in der Geißau, im Tennengebirge und an den nördlichen Hängen der Kitzbühler Alpen,
in Italien im Obervinschgau, im Eisacktal, im Passeiertal und im oberen Pustertal.
Ab 1960 wurde das Alpine Steinschaf zugunsten von Fleischschafrassen gezielt durch folgende Maßnahmen verdrängt:
- Aufkauf und Schlachtung (1999 wurde noch eine Herde mit 100 Tieren geschlachtet)
- Verbannung der Steinschafböcke von den Gemeinschaftsweiden
- Kastration der Böcke